Schauspielgruppe Neusäß e.V.
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Artikel und Kritiken zu Stücken aus bisherigen Spielzeiten:
"Die gelehrten Frauen" von Molière (2009)
(Übersetzung von Rainer Kohlmayer; Verlag Jussenhoven & Fischer, Köln)

  In ihrem Internetauftritt schrieb die 'Augsburger Allgemeine' eine Kritik zu "Die gelehrten Frauen":  
Wenn die gelehrten Frauen ihre Krallen zeigen
24.03.2009 04:41 Uhr
Von Kerstin Zerwes-Polgar
Neusäß - Mit Molières Komödie „Die gelehrten Frauen“ wagt die Schauspielgruppe Neusäß heuer höchst erfolgreich einen Abstecher in das Paris des 17. Jahrhunderts. Die Bühne der Aula in der Ägidius-Schule stellte mit raffiniertem Bühnenbild den Rahmen der amüsanten Geschichte der „gelehrten Frauen“: Henriette, Tochter aus gutbürgerlichem Hause, möchte ihrem Herzen folgen und den leidenschaftlichen Clitandre heiraten, der bereits vergeblich um die Hand ihrer Schwester Armande anhielt. Die dominante Mutter und Herrin des Hauses, Philaminte, sieht jedoch den gebildeten Literaten Trissotin als angemessenen Bräutigam an, und unterbindet die Einspruchsversuche ihres eingeschüchterten Ehemanns Chrysale.
 
Bild: ALFA
 
Die herrische Philaminte kämpft unterdessen mit ihren Mitstreiterinnen für das Recht der Frauen auf Bildung und Literatur. Dabei gehen sie sogar so weit und lehnen jegliche Körperlichkeiten und niedere Sinnestriebe ab. Das ungebildete Volk, und besonders häusliche Frauen verachten sie daher. Durch eine List seitens Henriettes Onkel Ariste kommen schließlich die unehrbaren Absichten Trissotins ans Tageslicht, welcher es nur auf das Vermögen der Familie abgesehen hatte. Einer Heirat des jungen Liebespaares Henriette und Clitandre steht nun nichts mehr im Wege, und auch die auf ihre Bildung erpichten Damen erkennen ihre überzogene Verhaltensweise.
Mit viel Charme verstehen es die einzelnen Schauspieler, die verschiedenen Persönlichkeiten und Charakterzüge ihrer Rollen dem Publikum zu vermitteln. Die naive, kindliche Henriette überzeugt ebenso wie der selbstherrliche Trissotin oder die hochnäsige Schwester Armande. „Die Schwierigkeit lag darin, die große zeitliche Distanz zu überbrücken“, erklärt Regisseurin Sigrid Ihlenfeldt. „Denn heutzutage ist es für die Menschen nur schwer nachvollziehbar, dass der Bildungswille der Frau so umstritten ist.“ Weiter sei Molière nicht gegen die Bildung der Frau, „er möchte lediglich die Übertriebenheit mancher Damen karikieren“.
Großer Aufwand für Kostüme und Frisuren
Besonders detailgetreu wurde die imposante Mode der Pariser Gesellschaft von der Schauspielgruppe Neusäß umgesetzt. Wallende Kleider und kunstvolle Frisuren schmückten besonders die Frauen. Zwischen den Akten erfreut Pia Wüst mit barocken Melodien auf der Gitarre. Mit den „Gelehrten Frauen“ Molières bietet die Schauspielgruppe Neusäß demnach erneut einen erfrischend kurzweiligen Klassiker, dessen Vorstellungen bereits nach dem ersten Spielwochenende ausgebucht waren.
Aufgrund der großen Nachfrage gibt die Schauspielgruppe Neusäß nun eine Zusatzvorstellung: Am Freitag, den 17. April wird das Stück um 19.30 Uhr aufgeführt.
Karten gibt es im Vorverkauf bei Bücher Hiemer in Neusäß, Georg-Odemer-Straße 2a, Telefon (08 21) 46 62 88. Restkarten an der Abendkasse, eine Stunde vor Aufführungsbeginn.
Bei uns im Internet: Fotos gibt es im Internet unter augsburger-allgemeine-land.de oder hier in Auszügen
     
     
  In ihrem Internetauftritt schrieb die 'Augsburger Allgemeine' in der Vorankündigung zu "Die gelehrten Frauen":  
  Theater in Neusäß
Molières Frauen kämpfen gegen Männerklischees
10.03.2009 04:43 Uhr
 
  Neusäß (lig) - Klassisch gibt sich die Schauspielgruppe Neusäß heuer zum 20. Jubiläum ihrer Vereinsgründung (3. Oktober 1989). Zuvor hatten die Akteure 13 Jahre lang im Mehrzweckraum der evangelischen Emmauskirche gespielt. Zur Stadterhebung 1988 studierte die Schauspielgruppe Johann Nepomuk Nestroys musikalische Komödie "Der Talisman" ein und weihte mit dieser sehr erfolgreichen Aufführung die neue Stadthallenbühne ein, erinnert sich die Prinzipalin Sigrid Ihlenfeldt. Seit 1991 spielt die Truppe im Theaterraum der Aula in der Volksschule bei St. Ägidius. Auftaktstück war Molières "Der eingebildete Kranke".  
 
Bild: ALFA
 
  An Tradition angeknüpft  
  An diese Tradition wird zum Jubiläum heuer wieder angeknüpft. Jean Baptiste Molières "Die Gelehrten Frauen" feiern in Neusäß fröhliche Urständ. Anders als die meisten Männer seiner Zeit hatte Molière (1622-1673) durchaus Verständnis dafür, dass Frauen mit der ihnen in einer Männerwelt zugewiesenen Rolle unzufrieden waren und nach mehr Wissen und Einfluss strebten. Doch gegen den Unfug eitler, selbstgefälliger Schöngeisterei zog er mit sprachlichem Witz und beißendem Spott zu Felde.  
  Der französische Autor zählte "Die gelehrten Frauen" zu seinen Lieblingsstücken und spielte den friedliebenden Chrysale, der den geistigen Höhenflügen seiner schöngeistigen Frau nicht Einhalt zu gebieten weiß, mit Vorliebe selbst.  
  Derzeit sind die Akteure um Sigrid Ihlenfeldt, die in bewährter Weise auch heuer wieder die Regie übernommen hat, mitten in den Endproben. Konzentriert wird daran gearbeitet, dass dieser französische Klassiker stilecht über die Bühne in der Aula der Ägidiusschule gehen kann. Großen Wert legt das Team auf aufwendige und passende Kostüme und Frisuren - wie sie unter den gefallsüchtigen Menschen des 17. Jahrhunderts zu finden waren.  
  Elf Vorstellungen geplant  
  Premiere ist am Samstag, 14. März, um 19.30 Uhr (Geheimtipp: hier haben erfahrungsgemäß auch Kurzentschlossene noch Chancen auf Karten). Gespielt wird überdies jeweils Freitag, 27. März und 3. April, Samstag, 21./28. März und 4./18. April, jeweils um 19.30 Uhr, und Sonntag, 15./22./29. März und 19. April, jeweils um 17 Uhr.  
  Karten gibt's im Vorverkauf bei Bücher Hiemer Neusäß im Schmutterpark, Telefonnummer (08 21) 46 62 88, sowie Restkarten an der Abendkasse.  
     

 


 


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